6 oft ignorierte Commitment-Hebel: So wird Dein Schreiben auf Substack zur Berufung – nicht zum halbherzigen Projekt (Erfolgsquote 30% → 90%)
Den zähen Kampf um Leser und Deinen roten Faden führst Du später. Die meisten scheitern früher: beim Aufbau echter Verbindlichkeit.
Ist Substack der Ort für zweite Chancen?
Hier sammeln sich Menschen, die ihre wahre Berufung zunächst nicht verfolgt haben. Und jetzt? Holen sie es nach.
Ich bin einer von ihnen. Und ich finde es – wie damals als Student in der Bibliothek – wahnsinnig motivierend zu wissen: Ich bin nicht allein. Die Hilferufe in Kommentaren und Direktnachrichten zeigen mir, dass wir alle mit den gleichen Dämonen kämpfen:
Der zähe Kampf um Leser: Wie schafft man Reichweite, ohne sich für die „belohnungsgeile Horde“ da draußen zum Clown zu machen?
Der fehlende rote Faden: Statt Klarheit zu finden, kreist man seit Monaten um dieselbe Frage.
Meine Überzeugung: Beides ist lösbar. Ich sehe die Mechanik bei den internationalen Top-Creatorn – und spüre, wie die Zahnräder bei mir selbst zu greifen beginnen. Deshalb bereite ich diese Erkenntnisse gerade auf. Keine Fremdschäm-Vorlagen, sondern zeitlose Frameworks, die Du mit Deinem Leben füllst. So bauen wir Content, der Deinen roten Faden zum Leuchten bringt und die richtigen Leute anzieht – ganz ohne Maske.
Aber nicht heute.
Denn wer den dritten Schritt vor dem ersten macht, stolpert. Die bittere Wahrheit: Viele von Euch werden frühzeitig aufgeben – und damit nie erfahren, was möglich gewesen wäre. Der Grund? Sie scheitern bereits an einer der ersten Hürden: sich wirklich zu committen.
Deshalb gehen wir in den nächsten drei Ausgaben methodisch vor:
Heute: Das wissenschaftlich fundierte Commitment, das Deine Erfolgschancen mehr als verdoppelt (mit Quellenverzeichnis am Ende).
Danach: Wie Du Deinen Takt findest und erhöhst.
Zum Schluss: Positionierung, wahre Stimme, Nische.
Keine Quick Tips: Wir bauen dieses Schiff so behutsam und grundsolide, damit es auch bei hohem Wellengang nicht kentert.
Aber damit das klappt, müssen wir erst mal Ballast über Bord werfen.
Neu hier? Kurz zu mir:
Ich bin Simon. Als gelernter Ökonom und Wirtschaftsjournalist habe ich jahrelang analysiert, wie Märkte funktionieren. Jetzt wende ich dieses Wissen auf die Creator Economy an und baue hier mein eigenes Medien-Startup. Ich nehme Dich mit auf diese Reise und zeige Dir, wie Du die Chance auf Substack nicht nur kreativ, sondern strategisch nutzt – vom reinen Schreiben zum profitablen Business, das sich nach Dir anfühlt.
Warum Ziele meist nicht reichen
Ist Dein Substack mehr als ein Hobby?
Diese Frage entscheidet alles. Wenn Du nur zum Spaß hier bist: Vergiss die Strategien. Schreib, wonach Dir der Sinn steht, und genieß die Freiheit.
Wenn Du aber mehr willst, musst Du wissen: Ziele allein reichen nicht.
Das Problem: Die doppelte Hürde
Viele wollen eine Leserschaft aufbauen, ein Buch schreiben, vielleicht davon leben. Das Problem? Du kannst diese Ziele im Kopf drehen und wenden, ohne dass sich in der Realität auch nur ein Atom bewegt.
Die Wissenschaft zeigt uns zwei brutale Abrisskanten:
Der Start: Die sogenannte Intention-Handlungs-Lücke verschluckt jeden zweiten Vorsatz. Fast 50% scheitern, bevor sie überhaupt richtig angefangen haben.
Die Strecke: Wer den Start schafft, läuft in das Problem der Ausdauer. Bei langfristigen Projekten liegt die Erfolgsquote mit reiner Willenskraft bei mageren 30%.
Du wirst also wahrscheinlich scheitern – entweder an der Startlinie oder auf halbem Weg – und Dich dafür fertigmachen. Nicht zu erfahren, was möglich gewesen wäre: Das wird Dich quälen.
Es sei denn, wir ändern das Fundament Deines Vorhabens: seine psychologische Architektur.
Die Lösung: Eine unbrechbare Commitment-Struktur
Wie wir diese 30% knacken? Die Forschung liefert eine eindeutige Antwort: Ersetzt Du Willenskraft durch ein verbindliches Regelwerk, springt die Erfolgsquote auf 60–90%. Das ist der Unterschied zwischen einem Tinder-Match und einer arrangierten Ehe.
In der Verhaltensökonomie nennt man das einen Ulysses-Pakt – benannt nach dem lateinischen Namen für Odysseus, der sich der Sage nach an den Mast binden ließ, um trotz aller Versuchungen sein Ziel zu erreichen.
Ich habe sechs Faktoren identifiziert, die aus einem wackeligen Wunsch einen stabilen Vertrag mit Dir selbst machen:
Nordstern: Warum tust Du das wirklich?
Zeithorizont: Wie lange verpflichtest Du Dich fest?
Action-Rhythmus: Was tust Du konkret – und wie oft?
Standards: Wie gut muss es sein (und wie gut nicht)?
Preis: Worauf verzichtest Du dafür?
Sicherheitsnetz: Wer hält Dich ehrlich?
Diese sechs Elemente zwingen Deine Idee aus dem Kopf in die Realität.
Beginnen wir mit dem wichtigsten: Bevor wir die Segel setzen, müssen wir den Kurs bestimmen.
⭐️ 1. Nordstern: Der Filter für alles
Ich will in einem Jahr 25 Autoren helfen, ihre ersten 5 Bezahl-Abonnenten zu gewinnen. Nicht mit schnellen Tricks, sondern mit Angeboten, für die ihre Leser gerne bezahlen.
Das ist mein Nordstern. Mein Vorhaben in einem Satz. Vielleicht denkst Du: „Moment, das ist doch ein reines Ergebnisziel? Darauf hast Du gar keinen direkten Einfluss!“ Stimmt. Und doch ist es legitim. Mehr noch: Es gehört unbedingt in Deinen Ulysses-Pakt.
Der Nordstern erfüllt eine völlig andere Funktion als Deine tägliche To-Do-Liste. Er ist ein Kompass, kein Schrittzähler. Er beantwortet nicht „Was tue ich heute?“, sondern „Wofür tue ich das alles?“.
Er dient als radikaler Filter gegen das Shiny Object Syndrome. Wenn ich vor einer Entscheidung stehe – zweiter Newsletter, neues Format, Kooperation? –, lautet die einzige Frage: „Bringt mich das näher daran, 25 Autoren zu helfen?“ Lautet die Antwort „Nein“, ist das Thema vom Tisch. Das beendet das Zögern, verhindert das Verzetteln und vereinfacht das Priorisieren radikal. Eine Entscheidung für tausend spätere.
Der beste Kompass nützt natürlich nichts, wenn man nicht losläuft. Aber dazu kommen wir in Punkt 3. Zuerst müssen wir sicherstellen, dass Dein Instrument geeicht ist. Damit der Nordstern Dich sicher führt, muss er vier Kriterien erfüllen:
❤️ Impact statt Ego: „1.000 Abonnenten“ ist eine Eitelkeitsmetrik, die Dich leer zurücklässt – egal, ob Du sie erreichst oder nicht. Es fehlen Sinn, Wirkung und Verbindung. „25 Menschen konkret helfen“ ist ein Wirkungsziel. Es zwingt Dich, nützlich zu sein, statt nur laut – und erfüllt Dich schon beim allerersten Leser, den Du wirklich weiterbringst.
✅ Binär messbar: „Menschen helfen“ ist Poesie. „25 Autoren zu den ersten 5 Bezahl-Abos verhelfen“ ist Realität. Am Ende des Jahres muss die Antwort „Ja“ oder „Nein“ lauten können. Keine Grauzonen.
⚓ Substanz schlägt Stil: Dein Nordstern muss nicht auf ein T-Shirt passen oder clever klingen. Er muss nur eines sein: glasklar. Was ist die eine Sache, die Du wirklich erreichen willst?
🧬 Wertebasiert: Commitments halten länger, wenn sie Deine DNA spiegeln. Geht es Dir um Autonomie? Verbindung? Meisterschaft? Wenn Ziel und Werte nicht zusammenpassen, wirst Du Dich selbst sabotieren.
In einer Welt des Zuviel von allem ist die Fähigkeit, das Unwesentliche auszublenden, Deine schärfste Waffe. Dein Nordstern entsichert sie. Er ist Deine Erlaubnis, radikal „Nein“ zu sagen – zu allem, was nicht zählt.
Damit wissen wir, wohin die Reise geht. Als Nächstes legen wir fest, wie lange wir uns auf diesen Kurs verpflichten.
⏳ 2. Zeithorizont: Marathon mit Ziellinie
Die Stille nach dem Klick auf „Veröffentlichen“ fühlt sich wie ein Urteil an. Ein Beweis, dass Du nicht gut genug bist.
Aber das ist eine Lüge. Die Stille ist in Wahrheit Dein Freund. Sie trennt Überzeugungstäter von Touristen, die nur nach schneller Bestätigung suchen. Wie lange bist Du bereit, in diese Stille zu rufen? 3 Wochen? Niedlich. 3 Monate? Immer noch Anfängermodus. 3 Jahre?
Now we are talking.
Die Forschung ist eindeutig: Echte Karriere-Transformationen verschlingen Zeit – je nach Komplexität fünf Monate bis fünf Jahre. Für mein Substack-Projekt setze ich auf die 1.000-Tage-Regel – eine Idee aus der indischen Business-Tradition. Die Regel ist simpel: Wer startet, unterschreibt für knapp drei Jahre. Keine Ausnahmen. Kein Hinschmeißen, wenn es im November regnet und keiner Deinen Text liest.
Warum gerade 1.000 Tage (außer dass „973 Tage“ irgendwie weniger überzeugend klingt)? Die Zahl ist kein Gesetz, sondern eine Richtschnur. Investor Sanjay Mehta, der in über 60 Startups investiert hat, bringt es auf den Punkt: „Wenn sie 1.000 Tage überleben, sind sie gebaut, um zu bleiben.“
Doch hier kommt die entscheidende Zutat, die fast alle vergessen: das Exit-Kriterium.
Die meisten geben genau dann auf, wenn es am schwersten ist – oft kurz vor dem Durchbruch. Das Paradoxe: Wer vorab glasklar definiert, ob und warum das Projekt nach der Frist enden muss, hält länger durch. Warum? Weil das Commitment sich nicht wie ein Gefängnis anfühlt, sondern wie ein fairer Deal: Ich gebe dem Projekt 1.000 Tage vollen Einsatz. Wenn Projekt seinen Teil (messbare Ergebnisse) danach nicht erfüllt, wird der Vertrag aufgelöst. Denn damit ich anderen langfristig helfen kann, muss es auch wirtschaftlich tragen.
Nach 1.000 Tagen – und keinen Tag früher – bewerte ich anhand von drei Fragen:
Habe ich meinen Teil erfüllt? Habe ich die Schlagzahl erreicht, die wir gleich in Punkt 3 definieren? Falls nein: kein fairer Test. Ich muss nachsitzen.
Gibt es ökonomische Lebenszeichen? Mindestens eine Marke muss gefallen sein: >2.500 Free-Abos (bei ~40% Open-Rate), >100 Paid-Abos oder >5 B2B-Anfragen.
Ist der Pfad sichtbar? Sehe ich einen realistischen Weg auf 5.000–10.000 € Monatsumsatz in zwei weiteren Jahren?
Lautet die Antwort überall Ja: Weitermachen. Fehlt Punkt 2 oder 3: Aufhören ohne Scham. Ich habe nicht versagt, ich habe eine Hypothese falsifiziert.
Und ich kann den dritten Geburtstag meines Sohnes mit der Gewissheit feiern, dass ich meinem Traum eine faire Chance gegeben habe. Egal, wie es ausgeht.
⚙️ 3. Action-Rhythmus: Dein Input, Deine Kontrolle
„Einen Newsletter aufbauen“ ist kein Plan. Es ist ein Wunsch, der Dich lähmen wird.
Große Ziele sind wie Berge: Man kann sie nicht am Stück verschlucken, ohne daran zu ersticken. Deshalb zerlegen wir Dein Vorhaben jetzt in mundgerechte Happen.
Warum das neurowissenschaftlich funktioniert: Dein Kopf kann mit abstrakten Fernzielen nichts anfangen. Aber konkrete Subziele aktivieren die Hirnregion, die für Deine Ausdauer zuständig ist. Sobald Du merkst, dass Du eine Etappe fast geschafft hast, schüttet Dein Gehirn Dopamin aus, um Dich über die Ziellinie zu pushen. So lernt es nicht nur „Gewinnen ist toll“, sondern: „Die Anstrengung lohnt sich.“ Das schafft das nötige Momentum, um aus einer quälenden Pflichtübung einen Selbstläufer zu machen.
Dabei gilt eine goldene Regel: Input, nicht Output.
Dein alltäglicher Vorsatz darf sich niemals auf Dinge beziehen, die außerhalb Deiner Macht liegen (Likes, Abos, Umsatz). Du kontrollierst, ob Du schreibst – aber nicht, wer es liest. Statt „Ich will wachsen“ (Output) lautet mein Ziel daher: „Ich veröffentliche 2 Posts pro Monat und 3 Notes am Tag.“ (Input).
Warum Input-Goals? Weil es eine Erfolgsquote von 100% ermöglicht. Du kannst jede Woche sagen: „Ich habe gewonnen“, völlig egal, was der Algorithmus macht. Das ist der Treibstoff, der Dich über 1.000 Tage trägt.
Setze Dir dazu alle 4–8 Wochen einen Meilenstein: „100 Notes geschrieben“ oder „2 Monate den Post-Takt gehalten“. Nicht um zu feiern, wie toll Du bist – sondern um in etwas größerem Abstand zu prüfen, ob Dein System stabil läuft.
Die Umsetzung: Termine statt Träume
Du kannst nicht schreiben, „wenn Du Zeit hast“. Das funktioniert so wenig wie „Sparen, was am Ende des Monats übrig bleibt“, denn es bleibt nie etwas übrig – weder Geld noch Zeit.
Doch wer einen simplen Wenn-Dann-Plan nutzt, verdreifacht seine Chancen sofort. Vergiss das schwache „Ich müsste mal wieder schreiben“. Ersetze es durch die unmissverständliche Ansage: „Wenn es Werktag 7 Uhr ist, schreibe ich 90 Minuten – egal, was passiert.“
Wie Du diese Termine setzt, hängt von Deinem Lifestyle ab. Es gibt nur zwei Wege:
1. Das Habit-Modell (der Königsweg)
Es ist die Strategie für Menschen mit stabilen Routinen. Das Ziel ist simpel: Schreiben soll so automatisch werden wie Zähneputzen. Die Formel lautet: Same Time, Same Place, Same Trigger.
Wenn Du immer (Time) nach dem ersten Kaffee (Trigger) am Küchentisch (Place) schreibst, eliminierst Du die Diskussion im Kopf. Dein Gehirn muss nicht verhandeln, ob es Lust hat, denn der Trigger feuert und die Handlung folgt. Dein Job ist es nur, Deine Routine zu schützen: Mach Deinem Umfeld klar, dass Du zwischen 7:00 Uhr und 8:30 Uhr faktisch tot bist.
2. Das Termin-Modell (der Guerilla-Taktiker)
Wenn Deine Tage unberechenbar sind – etwa als Schichtarbeiter, Elternteil oder Chaos-Pilot –, kannst Du keine festen Habits bauen. Du brauchst den Kalender als Waffe.
Setz Dich Sonntagabend hin und trag Deine Sessions für die kommenden sieben Tage ein (Do 9 Uhr, Sa 13 Uhr). Dann schütze sie wie einen Termin beim Zahnarzt. Wenn jemand fragt, ob Du Donnerstag um 9 Uhr Zeit hast, sagst Du: „Nein, da habe ich einen Termin.“ Dass dieser Termin „nur“ mit Dir selbst ist und keine Wurzelbehandlung, geht niemanden etwas an. Er wird auch nicht verschoben, nur weil Dir nicht danach ist.
Unter dem Strich: Nutze das Habit-Modell, wenn Du kannst, denn es spart Willenskraft. Falls nicht: Verteidige Deinen Kalender wie ein Löwe sein Revier.
Damit stehen das Was und das Wann. Nächste Frage: Wie gut muss es eigentlich sein?
👍 4. Die Qualitätsfrage: Perfekt ist der Feind von fertig
Du willst auf jeden einzelnen deiner Texte stolz sein? Willst, dass die Leute sie genießen und bookmarken? Und Du willst nicht vor Scham sterben, wenn sie in großen Publikationen veröffentlicht würden?
Das ist die richtige Einstellung.
Aber hier kommt das Paradox: Es gibt Standards, unter die Du nicht fallen darfst – Rechtschreibfehler sind tabu, klar. Doch der Versuch, von Anfang an brillant zu sein, ist der schnellste Weg ins Scheitern. Diese hohen Ansprüche werden Dich bremsen oder sogar komplett lähmen.
Sie bremsen Dich, wenn Du jeden Satz zehnmal umschreibst und in der Bearbeitungshölle versinkst. Ökonomen nennen es den abnehmenden Grenznutzen: Es kostet etwa dieselbe Energie, einen Text von 0 auf 80% zu bringen, wie von 80% auf 95%. Das heißt, Du kannst zwei 80%-Texte schreiben statt einem 95%-Text. Und da Du erst im zweiten Text wirklich dazulernst – durch neue Fehler, andere Strukturen, frische Formulierungen –, ist das der viel schnellere Weg, besser zu werden.
Noch schlimmer: Du fängst erst gar nicht an, weil Du Dein eigenes Kapitel 3 mit dem Kapitel 47 der Profis vergleichst. Du denkst: „Das Niveau erreiche ich nie.“ Und wartest darauf, dass dieses Gefühl endlich verschwindet, bevor Du loslegst.
Meine Erfahrung nach zehn Jahren als Autor: Dieses Gefühl geht nie ganz weg. Du schreibst einfach trotzdem. Und glaub mir – in sechs Monaten wirst Du die ersten Posts peinlich finden und vielleicht sogar löschen wollen.
Aber genau das ist das Ziel. Denn es bedeutet, dass Du verdammt viel besser geworden bist.
Dein Standard für den Anfang
Wenn Du blockiert bist, nutze diesen Trick: Versuche bewusst, einen miserablen ersten Entwurf zu schreiben.
Keine Sorge: Das ist kein negativer Self-Talk – Dein Unterbewusstsein weiß genau, was Du tust. Es ist eine taktische Erlaubnis, den inneren Kritiker vor die Tür zu setzen. Du senkst die Latte so weit, dass Du einfach drübersteigen kannst. Das Ziel ist nicht, schlechte Arbeit abzuliefern (und ich verspreche Dir: Das wirst Du nicht). Das Ziel ist, überhaupt anzufangen. Denn einen schlechten Text kannst Du überarbeiten, ein leeres Blatt nicht.
Und wenn Du Perfektionist bist? Dann brauchst Du eine harte Grenze, ab wann ein Text raus darf. Dein Minimum besteht aus nur zwei Punkten:
Technisch sauber: korrigiert, formatiert, lesbar.
Ehrlich: Du schreibst, was Du weißt (auch wenn es nur Kapitel 3 ist).
Wenn das erfüllt ist, drückst Du auf „Senden“. Denn solide und draußen ist unendlich wertvoller als „perfekt“ im Entwurfsordner.
Nur über hohen Takt entwickelst Du die Qualität, die Dich stolz macht – und tatsächlich Rechnungen bezahlt.
🏷️ Der Preis: Sag Nein zu guten Ideen
„Du kannst alles schaffen, wenn Du nur effizient genug bist.“
Das ist die größte Lüge der Produktivitätskultur. Zeit ist ein Nullsummenspiel. Jede Minute für Dein Substack-Projekt ist eine Minute, die Du woanders nicht verbringen kannst. Die meisten scheitern nicht, weil sie zu wenig oder ineffizient arbeiten. Sie scheitern, weil sie nicht bereit sind, den Preis zu zahlen – oder ihn nie bewusst definiert haben.
Wozu sagst Du in den nächsten Monaten konsequent „Nein“, damit Du hier aus ganzem Herzen „Ja“ sagen kannst?
Der entscheidende Punkt, den viele ignorieren: Nein zu Dingen zu sagen, die Du sowieso nicht willst, zählt nicht. Apple-Gründer Steve Jobs brachte es auf den Punkt: Fokus bedeutet nicht, Ja zu der einen Sache zu sagen. Es bedeutet, Nein zu den hundert anderen guten Ideen zu sagen. Nicht zu schlechten Ideen. Zu guten. Zu verlockenden Gelegenheiten. Zu Projekten, die „eigentlich nur kurz“ dauern würden. Zu Dingen, die Du mit jeder Faser Deines Körpers willst.
Erstelle eine schriftliche Not-To-Do-Liste: Welche Hobbys reduzierst Du? Welche sozialen Verpflichtungen sagst Du ab? Und vor allem: Welche Nebenprojekte pausierst Du? Das heißt konkret: kein zweiter Newsletter, keine Experimente auf anderen Plattformen, keine „schnellen“ Freelance-Aufträge.
Das schmerzt. Aber echter Verzicht muss wehtun. Nur so schützt er Dich vor der schleichenden Überforderung, die am Ende alles killt. Wenn die nächste „coole Idee“ kommt, dann ist diese Liste da: „Ich habe mich für diesen Zeitraum dagegen entschieden. Basta.“
Doch Verzicht zu definieren, ist nur der erste Schritt. Du musst diese Grenzen auch durchsetzen.
Bau Dir eine Festung
Ein Commitment – sei es noch so gut definiert – ist fragil, wenn Dein Umfeld Reibung erzeugt. Willenskraft ist begrenzt. Deshalb brauchst Du Struktur, die Dich stützt – und Ablenkungen fernhält.
Das Prinzip ist simpel: Manipuliere Deine Umgebung so, dass das Richtige einfach und das Falsche schwer wird. In der Verhaltenspsychologie nennt man das Friction Design: Du erhöhst die Reibung für Ablenkungen und senkst sie für Dein Ziel. Mach es Dir quasi unmöglich, vom Kurs abzuweichen:
Digital (Reibung erhöhen): Nutze Website-Blocker. Schalte Notifications aus. Leg das Handy in einen anderen Raum.
Physisch (Reibung senken): Dein Schreibplatz ist ready to go. Er ist nur für das Schreiben da – E-Mails checkst Du woanders. So wird dieser Ort zum automatischen Trigger: Hinsetzen = Schreiben.
Sozial (Grenze setzen): Sag Deinem Umfeld explizit: „Diese Zeiten sind nicht verhandelbar. Ich brauche Eure Unterstützung.“ Richte eine Auto-Antwort ein: „Ich checke E-Mails nur einmal täglich.“
Odysseus ließ sich an den Mast binden, bevor die Sirenen sangen. Du tust dasselbe: Du baust die Barrieren jetzt auf – nicht erst, wenn die Versuchung kommt. Das ist keine Einschränkung. Das ist Freiheit, mit der Du in Deinem Leben Platz schaffst.
Aber was passiert, wenn Dein Plan auf die Realität trifft – und Du stolperst?
🕸️ Dein Sicherheitsnetz: Bau ein System, das Dich auffängt
Die meisten großen Projekte scheitern nicht am schlechten Plan. Sie scheitern am dritten schlechten Tag in Folge.
Du brauchst ein Sicherheitsnetz – etwas, das Dich auffängt, wenn Du fällst, und Dich gleichzeitig unter Spannung hält.
Das erste Element: Hol Dir Zeugen.
Zeugen: Wer hält Dich ehrlich?
Ein Commitment, das nur zwischen Dir und Dir besteht, ist brüchig. Wer seine Verpflichtung jemandem gegenüber ausspricht, dessen Meinung ihm wichtig ist, erreicht sein Ziel signifikant häufiger als jene, die im Stillen planen.
Die Idee: Wähle einen Accountability-Partner, dem Du alle zwei Wochen berichtest. Nicht für Schuldgefühle, sondern für Transparenz. Dieser externe Spiegel hilft an Tagen, an denen Du Dich selbst belügen würdest. Schnapp Dir am besten einen befreundeten Creator und nehmt Euch gegenseitig die Beichte ab. Mach es außerdem öffentlich: Ein Post an Deine Leser („Das ist mein Plan für die nächsten 12 Monate“) erhöht die Verbindlichkeit nochmals. Deine Community wird zu Deinen Cheerleadern.
Doch Zeugen allein reichen nicht. Wenn Scheitern keine echten Kosten hat, bleibt Dein Ulysses-Pakt anfällig.
Einsatz: Was steht auf dem Spiel?
Was passiert, wenn Du trotzdem mal länger aussetzt? Diese Frage solltest Du unbedingt beantworten. Eine Harvard-Studie über die Plattform StickK ist brutal klar: Einfache Commitments erreichen 43% Erfolgsrate. Commitments mit materiellen Konsequenzen? 83%.
Du musst das nicht dramatisch gestalten. Aber sobald Du etwas zu verlieren hast, legt sich in Deinem Kopf ein Schalter um. Aus einer folgenlosen Absicht wird eine Wette mit echtem Einsatz. Das zwingt Dein Gehirn, Dein Wort ernst zu nehmen.
Wähle Deine Schmerzgrenze:
Level 1: Die Geldstrafe (tut weh). Du zahlst 50 € an Deinen Partner, wenn Du eine Woche aussetzt. Das Prinzip ist simpel: Faulheit kostet Dich ab sofort echtes Lehrgeld.
Level 2: Die Anti-Charity (tut doppelt weh). Das ist die Option für Hartgesottene, die die Erfolgsquote auf die Spitze treiben wollen (87%!). Du spendest nicht an einen guten Zweck, sondern an eine Organisation, die Du politisch oder moralisch nicht ausstehen kannst. Der Gedanke, den „Feind“ zu unterstützen, ist so unerträglich, dass Du garantiert schreiben wirst.
Damit hast Du echte Stakes im Spiel. Aber was passiert, wenn Du trotzdem einen Aussetzer hast?
Recovery-Plan: Der Tag danach
Viele setzen ein paar Tage aus, fühlen sich schuldig und geben komplett auf. Das ist der What-the-hell-Effekt: „Jetzt ist es eh egal.“ Dein Recovery-Plan verhindert das:
Ein verpasster Tag ist kein Scheitern. Du machst am nächsten Tag weiter.
Zwei verpasste Tage sind ein Alarm. Aktiviere einen Check-in mit Deinem Accountability-Partner.
Eine Woche komplett ausgefallen = Konsequenz zahlen. Dann Reset.
Definiere das jetzt, nicht mitten im Schuldgefühlsnebel. Damit das funktioniert, brauchst Du Beweise.
Beweisführung: Die Kette nicht abreißen lassen
Mach Dir eine Sache bewusst: Was nicht aufgeschrieben ist, hat nicht stattgefunden.
Dein Gehirn vergisst, was Du geleistet hast. Dein Notizbuch vergisst nie. Physisches Aufzeichnen erhöht die Wahrscheinlichkeit massiv, dass Du dranbleibst. Jerry Seinfeld nennt das die „Don’t Break the Chain”-Methode. Das Ziel: die Kette nicht abreißen lassen. Die Regel: Schreib auf, was Du getan hast. Nicht: „Habe ich Abonnenten gewonnen?“ Sondern: „Habe ich heute meine 90 Minuten geschrieben?“ Ein simples Kreuz im Kalender oder in einer Tabelle reicht.
Entweder das Kreuz ist da oder nicht – das macht Deine Check-ins gnadenlos objektiv.
Erwartungsmanagement: Der psychologische Airbag
Du hast nach 3 Monaten 87 Abonnenten, aber 200 erwartet? Dein Gefühl des Scheiterns kommt nicht aus der Realität, sondern aus dem Gap zwischen Erwartung und Realität.
Die Lösung: Setze Deine Messlatte auf den Boden. Erwarte in den ersten 6 Monaten fast kein Wachstum. Rechne damit, dass die meisten Posts in die Stille fallen. Akzeptiere vorab, dass es an manchen Tagen keinen Spaß macht. Das ist nicht deprimierend, sondern befreiend. Niedrige Erwartungen schützen Dich vor Enttäuschung. Wenn Du nach 3 Monaten 87 Abonnenten hast, aber erwartet hattest, dass niemand liest, fühlst Du Dich wie ein Champion.
Bleibt nur noch eine Frage: Wer bist Du eigentlich?
Identität: Dein stärkster Anker
Es gibt einen Hebel, der alle anderen in den Schatten stellt: Dein Selbstbild.
„Ich bin ein Autor“ ist deutlich stärker als „Ich versuche, regelmäßig zu schreiben.“ James Clear nennt das identity-based habits – das Commitment wird nicht zu einer externen Regel, sondern Teil dessen, wer Du bist. Ein „angehender Autor“, der schreibt, weil er muss? Das ist anstrengend. Ein „Autor“, der schreibt, weil das seine Natur ist? Das ist selbstverständlich. Wie stellst Du Dich vor – und sei es nur innerlich? Das klingt nach Semantik, ist aber neurobiologisch entscheidend. Dein Gehirn strebt mit Deinem Selbstbild nach Konsistenz.
Wenn Du Dich als Autor identifizierst, fühlt sich das Schreiben nicht mehr wie Arbeit an. Arbeit wäre es jetzt, nicht zu schreiben.
Zweite Chance: Die Irrfahrt endet hier
Odysseus war nicht am Anfang seiner Reise, als er sich an den Mast binden ließ. Er war am Ende einer 20-jährigen Odyssee (💡) – verwundet, müde, umgeben von Verlust. Die Sirenen sangen nicht vom Abenteuer. Sie sangen vom Aufhören: „Komm zu uns. Ruhe. Du hast genug gekämpft.“
Er hätte allen Grund gehabt, aufzugeben. Doch er wusste: Wenn er jetzt nachgibt, kommt er nie nach Hause.
Du bist wahrscheinlich hier, weil auch Du eine lange Reise hinter Dir hast. Du hast bereits verloren – in alten Projekten, in einer alten Karriere, in alten Selbstbildern. Du dachtest, es sollte funktionieren. Es funktionierte nicht.
Jetzt hast Du eine zweite Chance. Ein neues Projekt. Ein neues Leben als Schreiber, Creator, Unternehmer. Du bist entschlossen, endlich „nach Hause“ zu finden.
Aber die Sirenen singen auch für Dich: „Warum noch anstrengen? Es hat ja nie funktioniert. Du bist zu alt. Du bist zu spät dran. Gib auf.“
Das ist die Stimme der Resignation. Um ihr nicht zu erliegen, musst Du Dich an einen Mast binden. Du brauchst eine sorgsam gebaute Commitment-Struktur. Ohne dieses System bleiben selbst die besten Absichten unrealisiert. Mit ihm verdoppelst bis verdreifachst Du Deine Erfolgsaussichten. Nicht durch mehr Willenskraft, sondern durch kluge psychologische Architektur.
Wenn dieser Traum kein Luftschloss bleiben soll, dann leg jetzt das Fundament. Diese zweite Chance ist ein Geschenk. Ehre sie mit der nötigen Ernsthaftigkeit.
Das ist der erste Schritt. Die nächsten folgen – aber nur, wenn Du diesen gehst.
Dein Ulysses-Pakt wartet
Das war die Theorie. Jetzt kommt die Praxis.
Ein Pakt mit Dir selbst hat nur dann Gewicht, wenn er real wird – aufgeschrieben, durchdacht, unterschrieben. Nicht als bloße Symbolik, sondern als psychologische Architektur, die Dich am Mast festbindet, wenn die Sirenen singen.
Darum habe ich Dir ein Werkzeug gebaut: den Ulysses-Pakt als PDF – einen ausführlichen Selbstverpflichtungsvertrag mit allen sechs Faktoren, die wir hier besprochen haben.
Wichtig: Dies ist kein Lead Magnet. Ich will Deine E-Mail-Adresse nicht „klauen“. Du musst kein Abo abschließen. Es ist einfach ein Werkzeug für Dich.
Lade den Ulysses-Pakt herunter, fülle ihn aus, unterschreibe ihn.
Und dann fange an.
Danke fürs Lesen! Bevor Du weiterziehst, würde mich eine Sache brennend interessieren. Deine Antwort hilft mir, die kommenden Themen noch präziser auf Deine echten Hürden im Alltag auszurichten:
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📚 Weiterführende Literatur & Quellen
Warum Ziele meist nicht reichen
Populärwissenschaftliche Bücher:
Daniel Kahneman (2011): Schnelles Denken, langsames Denken – Erklärt den Präsent-Bias (warum wir heute anders entscheiden als für morgen) und hyperbolisches Diskontieren, die beide zur Intention-Handlungs-Lücke beitragen.
Richard H. Thaler & Cass R. Sunstein (2008): Nudge – Über Precommitment-Strategien und wie man sich selbst zu besseren Entscheidungen „stupst”.
Kelly McGonigal (2012): The Willpower Instinct – Warum Willenskraft begrenzt ist und wie man stattdessen Systeme nutzt.
Wissenschaftliche Studien:
Sheeran, P., & Webb, T. L. (2016). The intention-behavior gap. Social and Personality Psychology Compass, 10(9), 503-518. (Die 50%-Hürde: Fast die Hälfte aller Vorsätze wird nie in Handlung übersetzt)
Gollwitzer, P. M., & Sheeran, P. (2006). Implementation intentions and goal achievement: A meta-analysis of effects and processes. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69-119. (Wenn-Dann-Pläne verdreifachen die Erfolgsquote bei schwierigen Zielen)
⭐️ 1. Nordstern: Der Filter für alles
Populärwissenschaftliche Bücher:
Greg McKeown (2014): Essentialism: The Disciplined Pursuit of Less – Über die Kunst, das Wesentliche zu erkennen und alles andere auszublenden. Perfekt für die Frage: „Was ist die eine Sache?”
Simon Sinek (2009): Start with Why – Warum das Warum vor dem Was und Wie kommen muss.
Cal Newport (2016): Deep Work – Fokus und radikale Prioritätensetzung in einer Welt der Ablenkung.
Ray Dalio (2017): Die Prinzipien des Erfolgs – Prinzipienbasierte Entscheidungsfindung als langfristiger Kompass.
Wissenschaftliche Studien:
Locke, E. A., & Latham, G. P. (2002). Building a practically useful theory of goal setting and task motivation. American Psychologist, 57(9), 705-717. (Spezifische, herausfordernde Ziele führen zu höherer Leistung)
Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The “what” and “why” of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227-268. (Wertebasierte, autonome Ziele sind nachhaltiger als externe)
⏳ 2. Zeithorizont: Marathon mit Ziellinie
Populärwissenschaftliche Bücher:
Malcolm Gladwell (2008): Überflieger (Outliers) – Die 10.000-Stunden-Regel und warum Meisterschaft Zeit braucht.
Angela Duckworth (2016): Grit: Die neue Formel zum Erfolg – Über langfristiges Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, trotz Rückschlägen weiterzumachen.
Ryan Holiday (2014): The Obstacle Is the Way – Stoische Prinzipien für das Durchhalten im „Tal der Tränen”.
Darren Hardy (2010): The Compound Effect – Wie kleine, konsequente Handlungen über lange Zeiträume zu massiven Ergebnissen führen.
Wissenschaftliche Studien:
Ericsson, K. A., Krampe, R. T., & Tesch-Römer, C. (1993). The role of deliberate practice in the acquisition of expert performance. Psychological Review, 100(3), 363-406. (Grundlage für Langfristigkeit und Meisterschaft)
Wrosch, C., Scheier, M. F., Miller, G. E., Schulz, R., & Carver, C. S. (2003). Adaptive self-regulation of unattainable goals: Goal disengagement, goal reengagement, and subjective well-being. Personality and Social Psychology Bulletin, 29(12), 1494-1508. (Wann es legitim ist, aufzugeben)
⚙️ 3. Action-Rhythmus: Dein Input, Deine Kontrolle
Populärwissenschaftliche Bücher:
James Clear (2018): Die 1%-Methode (Atomic Habits) – Habit Stacking, Implementation Intentions, Identity-based Habits, und die Macht der 1%-Verbesserung.
Charles Duhigg (2012): Die Macht der Gewohnheit – Der Cue-Routine-Reward-Loop und wie man Gewohnheiten gezielt gestaltet.
Cal Newport (2016): Deep Work – Time-Blocking, feste Schreibzeiten und die Eliminierung von Ablenkungen.
Mason Currey (2013): Daily Rituals – Wie große Künstler und Denker ihren Tagesrhythmus strukturiert haben.
Nir Eyal (2014): Hooked – Über Trigger und Verhaltensschleifen (auch anwendbar für die eigene Produktivität).
Wissenschaftliche Studien:
Gollwitzer, P. M., & Sheeran, P. (2006). Implementation intentions and goal achievement: A meta-analysis. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69-119. (Wenn-Dann-Pläne verdreifachen die Erfolgsquote)
Lally, P., van Jaarsveld, C. H. M., Potts, H. W. W., & Wardle, J. (2010). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European Journal of Social Psychology, 40(6), 998-1009. (Gewohnheiten brauchen im Durchschnitt 66 Tage, können aber zwischen 18 und 254 Tagen variieren)
Wood, W., & Neal, D. T. (2007). A new look at habits and the habit-goal interface. Psychological Review, 114(4), 843-863. (Wie Gewohnheiten automatisch werden)
👍 4. Die Qualitäts-Frage: Perfekt ist der Feind von Fertig
Populärwissenschaftliche Bücher:
Steven Pressfield (2002): The War of Art – Perfektionismus als eine Form von innerem Widerstand.
Anne Lamott (1994): Bird by Bird – „Shitty first drafts” – warum der erste Entwurf schlecht sein darf (und muss).
Anders Ericsson & Robert Pool (2016): Peak – Deliberate Practice vs. Perfektionismus.
Adam Grant (2021): Think Again – Iteratives Denken statt Perfektionismus, die Kunst des Umdenkens.
Wissenschaftliche Studien:
Baumeister, R. F., Bratslavsky, E., Muraven, M., & Tice, D. M. (1998). Ego depletion: Is the active self a limited resource? Journal of Personality and Social Psychology, 74(5), 1252-1265. (Willenskraft ist begrenzt – deshalb sollte man sie nicht mit Perfektionismus verschwenden)
🏷️ Der Preis: Sag Nein zu guten Ideen
Populärwissenschaftliche Bücher:
Greg McKeown (2014): Essentialism – „If it isn’t a hell yes, it’s a no.” Radikales Neinsagen als strategische Entscheidung.
Derek Sivers (2023): Hell Yeah or No: Von Dingen, die es wert sind, getan zu werden
Cal Newport (2016): Deep Work – Digital Detox, Umweltgestaltung und die Macht der Monokultur (eine Sache zur Zeit).
Richard Thaler & Cass Sunstein (2008): Nudge – Choice Architecture und Precommitment-Strategien.
Nir Eyal (2019): Indistractable – Wie man Ablenkungen systematisch eliminiert und sein Umfeld optimiert.
Dan Ariely (2008): Predictably Irrational – Warum wir systematisch schlechte Entscheidungen treffen (und wie man sich dagegen schützt).
Wissenschaftliche Studien:
Thaler, R. H., & Benartzi, S. (2004). Save More Tomorrow: Using behavioral economics to increase employee saving. Journal of Political Economy, 112(S1), S164-S187. (Precommitment erhöht die Sparquote massiv – übertragbar auf Zeit-Investments)
Bryan, C. J., Walton, G. M., Rogers, T., & Dweck, C. S. (2011). Motivating voter turnout by invoking the self. Proceedings of the National Academy of Sciences, 108(31), 12653-12656. (Identität beeinflusst Verhalten stärker als reine Absicht)
🕸️ Dein Sicherheitsnetz: Bau ein System, das Dich auffängt
Populärwissenschaftliche Bücher:
James Clear (2018): Die 1%-Methode – Identity-based habits („Ich bin ein Autor”), Accountability-Systeme, „Don’t break the chain” (Beweisführung).
Charles Duhigg (2012): Die Macht der Gewohnheit – Soziale Strukturen und Accountability als Verstärker von Gewohnheiten.
Chip Heath & Dan Heath (2010): Switch – Das Rider-Elephant-Path-Modell: Wie man den Weg für Veränderung ebnet.
Roy F. Baumeister & John Tierney (2011): Die Macht der Disziplin – Warum Willenskraft begrenzt ist und Systeme sie ersetzen müssen.
Carol Dweck (2006): Mindset – Growth Mindset nach Fehlern (Recovery-Plan).
Douglas Stone & Sheila Heen (2014): Thanks for the Feedback – Feedback-Kultur und Accountability.
Wissenschaftliche Studien:
Matthews, G. (2015). Goals Research Summary. Paper presented at the 9th Annual International Conference of the Psychology Research Unit, Dominican University of California. (Wer seine Ziele mit jemandem teilt, erreicht sie signifikant häufiger)
Harkin, B., Webb, T. L., Chang, B. P. I., Prestwich, A., Conner, M., Kellar, I., Benn, Y., & Sheeran, P. (2016). Does monitoring goal progress promote goal attainment? A meta-analysis of the experimental evidence. Psychological Bulletin, 142(2), 198-229. (Fortschrittsmessung erhöht die Zielerreichung signifikant – besonders wenn öffentlich oder physisch aufgezeichnet)
Karlan, D., McConnell, M., Mullainathan, S., & Zinman, J. (2016). Getting to the top of mind: How reminders increase saving. Management Science, 62(12), 3393-3411. (Finanzielle Stakes erhöhen die Erfolgsquote auf bis zu 87% – StickK-Studie)
Norcross, J. C., Mrykalo, M. S., & Blagys, M. D. (2002). Auld lang Syne: Success predictors, change processes, and self-reported outcomes of New Year’s resolvers and nonresolvers. Journal of Clinical Psychology, 58(4), 397-405. (Warum Neujahrsvorsätze scheitern – und was hilft)



- Die alten Chinesen verbrannten (buchstäblich) alle Brücken hinter sich.
- Die Römer taten es ihnen mit den Schiffen gleichen.
- Napoleon manövrierte sich bewusst in ausweglose Situationen - aus denen es nur eine Richtung gab.
Der Autor Robert Greene nennt das "Death Ground Strategy".
"Sink or swim", wie die Amerikaner sagen.
Krasse Recherche-Arbeit btw 😮🫡
Simon, du schaffst es mit jedem deiner Texte einen neuen Standard zu setzen. Chapeau.
Letztens mit @Falco Aust im Call, habe ich festgestellt, wo meine größten Schwächen liegen: Routinen aufzustellen, die ich einhalte - auch wenn der Meteor neben mir einschlagen sollte.
Seine Worte, in Kombination mit deinem Post sorgen dafür, dass ich mir jetzt direkt ein Framework erstelle, damit ich immer weiß, was ich wann und wo zu erledigen habe.
Ich überlasse nur ungern Dingen den Zufall.
Dein Post war der richtige Impact zur richtigen Zeit.
Danke dir dafür.