Du schreibst wie ein schlechter Koch – so wird eine Profiküche daraus
Teil 3 von 3: Die Maschine anwerfen.
Stell Dir einen Koch vor, der die Speisekarte druckt, bevor er weiß, was im Kühlschrank liegt. So schreiben die meisten von uns.
Wir legen die Headline fest und rennen dann panisch los, um irgendetwas zu finden, das zum Gericht passt. Das Ergebnis schmeckt fast immer aufgewärmt.
Der zweite Fehler ist noch häufiger: Texte in einem Rutsch schreiben. Wir setzen uns hin und wollen in zwei Stunden einen fertigen Essay auf dem Tisch haben – von der Idee über den Entwurf bis zum Feinschliff. Als würde ein Koch die Kartoffeln schälen, während er sie brät und gleichzeitig den Teller anrichtet. Am Ende stehst Du gestresst in einer dreckigen Küche – und das Essen schmeckt trotzdem nicht.
Schauen wir uns an, warum diese Fehler Deine Texte ruinieren. Danach zeige ich Dir eine Methode aus der Profiküche, die Du für Deinen Workflow übernehmen kannst.
Neu hier? Kurz zu mir:
Ich bin Simon. Als gelernter Ökonom und Wirtschaftsjournalist habe ich jahrelang analysiert, wie Märkte funktionieren. Jetzt wende ich dieses Wissen auf die Creator-Economy an und baue hier mein eigenes Medien-Startup. Ich nehme Dich mit auf diese Reise und zeige Dir, wie Du die Chance auf Substack nicht nur kreativ, sondern strategisch nutzt – vom reinen Schreiben zum tragfähigen Standbein, das sich nach Dir anfühlt.
Warum Du nicht mit dem Rezept anfangen solltest
Zum ersten Fehler: Du legst das finale Gericht fest, bevor Du geprüft hast, welche Vorräte Dir zur Verfügung stehen.
Das Problem dahinter hat einen Namen: Top-Down-Denken. Sönke Ahrens nennt es in seinem Buch über den Zettelkasten den Kardinalfehler des Schreibens. Anstatt mit den Ideen zu arbeiten, die bereits in Dir gereift sind, startest Du mit einer festen These – und suchst dann nur noch nach Bausteinen, die sie bestätigen (Confirmation Bias).
Ich nutze das Schreiben, um herauszufinden, was wahr ist. Und ich bin überzeugt: Genau das macht auf Dauer den Unterschied zwischen Texten, die gelesen werden, und solchen, die nach drei Absätzen langweilen.
Wie? Dreh die Reihenfolge um.
Egal ob in der Wissenschaft, im Journalismus oder bei persönlichen Essays: Der gute Koch arbeitet nicht stur nach Rezept. Er öffnet den Kühlschrank, sieht, was da ist – und erschafft etwas, das er vorher nicht kannte (Bottom-up).
Wie Du diesen Kühlschrank füllst – etwa durch Journaling, Mindmaps und die Arbeit an Deiner Schreibidentität –, habe ich in diesem Post beschrieben. Jetzt geht es darum, was passiert, wenn Du die Kühlschranktür öffnest und anfängst zu kochen.
Dafür musst Du zwei Phasen strikt voneinander trennen. Tust Du das nicht, stehen sich der leidenschaftliche Koch und der strenge Lebensmittelprüfer in Deinem Kopf gegenseitig im Weg, noch bevor die erste Zwiebel geschnitten ist.
Erst sammeln, dann kochen
Dein Kopf braucht zwei völlig unterschiedliche Modi.
Open-Mode: Das ist Dein Grundrauschen. Du liest, notierst, verknüpfst. Du hast kein lineares Ziel, Du sammelst Zutaten. Ohne diesen Speicher ist jeder Workflow leer. Entscheidend ist: Hier darfst Du tief graben – getreu dem Motto des großen Biografen Robert Caro: „Turn every page.“
Closed-Mode: Sobald Du merkst: „Hey, zu diesem Thema habe ich genug Material“, wechselst Du den Hut. Jetzt startest Du das Projekt „Artikel schreiben“. Die wilde Recherche ist vorbei, Du arbeitest primär mit Deinem Fundus.
Warum diese Trennung so wichtig ist? Weil gute Texte aus Verbindungen entstehen, die Du beim Sammeln noch gar nicht sehen konntest. Du brauchst erst den vollen Kühlschrank, bevor Du kochen kannst.
So weit zum Sammeln und Produzieren. Doch sobald Du in den Closed-Mode wechselst, lauert der nächste Fehler: Du willst alles in einem Rutsch erledigen: Idee, Gliederung, Entwurf, Redigatur, Veröffentlichung – hintereinander weg, in einer Sitzung. Dabei verlangt das Schreiben Deinem Gehirn völlig unterschiedliche Leistungen ab. Zuerst lässt Du Deine Notizen frei aufeinander los, bis sich ein roter Faden zeigt. Die Gliederung erfordert danach logische Präzision, der erste Entwurf einen wilden Schreibfluss. Das Bearbeiten braucht einen kühlen Blick – und die finale Logistik ist reines Handwerk.
Feuerst Du all das unmittelbar hintereinander ab, wirst Du betriebsblind.
Um das zu verhindern, zerlegen wir das Schreiben in fünf radikal getrennte Schritte. Das mag nach einem Umweg klingen. Aber genau diese Trennung ist der Grund, warum Profis schneller und besser schreiben als alle anderen.
Zuerst die Schritte – danach zeige ich Dir, warum sich die Zerlegung doppelt auszahlt.
5 Schritte, die Du trennen musst
Open-Mode und Closed-Mode bestimmen, was Du tust – sammeln oder produzieren.
Aber wie Du innerhalb dieser Phasen arbeitest, hängt von drei Arbeitsmodi ab, die ich im letzten Artikel eingeführt habe: dem Focus-Mode für konzentrierte Exekution, dem Free-Mode für kreatives Treiben und dem Mini-Mode für die kurzen Zeitsplitter dazwischen. Jetzt wenden wir sie konkret an.
1. Idee – der Schatzsucher
Du starrst nicht auf einen blinkenden Cursor, sondern in Deinen Kühlschrank. Du suchst Verbindungen.
Das Ziel ist eine Headline, die als Leitplanke dient. Ohne sie zerfließt Dein Text in alle Richtungen – und das Redigieren wird zur Qual. Diese Schlagzeile bekommt am Ende ihren Feinschliff, aber für den Start brauchst Du sie als Richtung für alles, was folgt.
Dieser Schritt lebt von kurzen Momenten – nicht von langen Blöcken. Ideen entstehen selten am Schreibtisch, wenn Du sie erzwingst. Sie kommen in den Ritzen des Tages: unter der Dusche, beim Spaziergang, in einer Wartezeit. Halte sie fest, sobald sie auftauchen. Und wenn Du dann 15 Minuten am Schreibtisch hast, sichte Dein Notizen-Cluster und skizziere drei Headlines.
Das ist Mini-Mode – kurz, gezielt, ohne Anlauf.
2. Gliederung – der Architekt
Du schreibst noch keinen Satz Fließtext. Du bringst die Zutaten in eine logische Reihenfolge.
Hier passiert der Realitäts-Check: Klemmt ein Übergang? Genau jetzt recherchierst Du gezielt dieses fehlende Teil. Wenn die Struktur steht, hast Du das schwerste Denken erledigt.
Das braucht Tunnelblick – Focus-Mode.
3. Erster Entwurf – der Verrückte
Jetzt schreibst Du – und zwar schnell. Der innere Kritiker wird geknebelt und in den Keller gesperrt.
Es geht nicht um Schönheit oder Stil. Der erste Entwurf darf schlecht sein – er muss es sogar. Das Prinzip ist so alt, dass es als angebliches Hemingway-Zitat durch jedes Schreibforum geistert: Write drunk, edit sober. Hemingway hat es wahrscheinlich nie gesagt – aber wer auch immer es erfunden hat, hatte recht. Wenn Du im Fluss anfängst zu korrigieren, verlierst Du den Schwung und wirst zum schlechtesten Lektor der Welt.
Dieser Schritt lebt vom Free-Mode.
4. Bearbeiten – der Richter
Bearbeite idealerweise an einem anderen Tag. Zwischen Entwurf und Redigatur muss Zeit vergehen, damit Du die nötige Distanz gewinnst.
Jetzt darf der Kritiker ran. Schneide zuerst die dicken Äste ab, bevor Du das Laub ausschüttelst: Prüfe Logik und Struktur. Steht das Wichtigste am Anfang oder am Schluss? Frag Dich gnadenlos: Wo kann ich eine Umschreibung oder ein Adjektiv streichen? Wo ein anschaulicheres Verb nutzen?
Du bist jetzt der Richter Deines Werks – Focus-Mode.
5. Veröffentlichen – der Logistiker
Schlagzeile schärfen, Bild auswählen, veröffentlichen: Das ist Handwerk.
Jetzt, wo Dein Text steht, gibst Du der Headline ihren letzten Schliff. Die Leitplanke wird zum Türöffner. Erst mit dem fertigen Werk vor Augen findet sich oft die prägnante Formulierung. Such ein Bild aus, lass Korrektur lesen und raus damit.
Das ist klassischer Mini-Mode. Erledige diese Aufgaben in den Zeitsplittern Deines Tages.
Intelligentes Energiemanagement: Die vier Herdplatten
Um den scheinbaren Zielkonflikt zwischen Qualität und Tempo aufzulösen, musst Du Dein Gehirn wie eine Profiküche führen.
Ein Spitzenkoch rührt nicht 20 Minuten stur in der Soße und schneidet erst danach das Gemüse. Er lässt die Soße reduzieren, während er die Zwiebeln hackt. Er nutzt alle Platten – und er arbeitet an mehreren Gerichten gleichzeitig.
In Deiner Schreibküche bedeutet das: Du hast nicht einen Artikel auf dem Herd, sondern drei oder vier. Ob Du das als Solo-Schreiber komplett selbst steuerst oder innerhalb eines Teams Deine eigene Pipeline organisierst – das Prinzip bleibt dasselbe.
Dadurch können wir zwei Strategien nutzen, mit denen Du schneller kochst, ohne dass der Geschmack leidet.
Strategie A: Modus-Batching
Statt einen Artikel von A bis Z fertigzumachen, widmest Du Dich nur einem einzigen Schritt – aber für mehrere Texte:
Montag, der Architekt: Du erstellst Gliederungen für drei verschiedene Artikel (Zwiebeln hacken).
Dienstag, der Verrückte: Du schreibst die Rohfassungen für zwei dieser Artikel (Anbraten).
Mittwoch, der Richter: Du redigierst einen Text von letzter Woche (Abschmecken).
Du behältst so lange wie möglich den gleichen Hut an, wechselst aber das Projekt.
Der Vorteil: Dein Gehirn muss sich nicht neu kalibrieren. Du schaffst den nötigen Abstand zwischen den einzelnen Schritten eines einzelnen Artikels, ohne Geschwindigkeit zu opfern.
Das fühlt sich erst mal falsch an. Dein Instinkt schreit: „Mach den Text fertig, jetzt, in einem Rutsch.“ Nur siehst Du dann nicht mehr, wo Dein Text hakt. Die Qualität leidet.
Die gute Nachricht: Du kannst Dir diese Unruhe zunutze machen. Kennst Du das? Du lässt einen Text unfertig liegen, und plötzlich kommt Dir unter der Dusche die Lösung für genau die Stelle, an der Du hängengeblieben bist. Dein Gehirn hasst offene Enden. Es arbeitet im Hintergrund weiter, ob Du willst oder nicht. Während Du Dich bewusst Projekt B widmest, kaut Dein Unterbewusstsein an Projekt A. Wenn Du dann zu Projekt A zurückkehrst, bringst Du einen frischen Blick und neue Ideen mit, die Dir anderenfalls niemals gekommen wären.
Vielleicht denkst Du: „Wenn ich fünf Texte gleichzeitig in der Pipeline habe, leidet doch die Qualität.“ Genau das Gegenteil passiert. Weil Du jeden Text zwischen den Schritten liegen lässt, kommst Du mit klarem Kopf zurück. Die zeitliche Distanz ist Deine Qualitätskontrolle. Wer alles in einem Rutsch macht, sieht die eigenen Fehler nicht mehr. Wer eine Woche Abstand hat, findet die Schwächen sofort.
Um Dir zu zeigen, dass das kein Theoriegebäude ist: Genau so ist diese Artikelserie entstanden. Während ich den Entwurf für diesen dritten Teil geschrieben habe, lag die Gliederung für den zugehörigen Praxis-Guide bereits auf meinem Schreibtisch. Gleichzeitig redigierte ich den zweiten Teil, den ich eine Woche vorher im Rohzustand liegen gelassen hatte. Drei Projekte, drei verschiedene Schritte, eine Woche.
Doch auch Batching hat Grenzen. Irgendwann ist Dein Tank für den jeweiligen Modus leer. Aber auch dafür gibt es eine Lösung.
Strategie B: Der doppelte Wechsel
Wenn Dein Kopf nach drei Gliederungen am Stück streikt, zwing ihn nicht weiter in denselben Modus. Wechsle stattdessen beides: das Projekt und den Modus.
Nimm Dir einen Text vor, den Du vor Tagen geschrieben hast, und redigiere ihn. Dem älteren Projekt gegenüber hast Du die nötige Distanz – Du bringst unverbrauchte Augen mit und zapfst gleichzeitig einen völlig neuen Energiespeicher an. Das neue Projekt reift derweil im Hinterkopf weiter.
Das ist kein nervöses Task-Switching, das Dich auslaugt. Du lädst auf, indem Du den Kopf anders forderst.
Wie das in der Praxis aussieht, habe ich im letzten Artikel erzählt: An der Dortmunder Uni war ich vormittags der extrovertierte Reporter, abends der introvertierte Ökonom. Zwei völlig verschiedene Welten – und genau das war der Trick.
Luhmann und die Einschränkung
Parallel Processing war das Geheimnis von Niklas Luhmann, dem produktivsten Soziologen aller Zeiten (70 Bücher, 400 Peer-Review-Artikel) und Erfinder der Zettelkasten-Methode.
Doch sein Prinzip ging darüber hinaus: Er arbeitete nie gegen den Widerstand. Wenn ein Manuskript stockte, drehte er sich einfach zum nächsten Projekt in seinem Zettelkasten um – zu dem Text, für den er bereits die meisten Zutaten vorbereitet hatte. Er erntete die Frucht, wenn sie reif war, statt unreifes Obst vom Baum zu reißen.
Ein wichtiges Aber: Das funktioniert exzellent für den laufenden Betrieb, für Deine alltäglichen Texte.
Wenn Du jedoch an einem Pillar-Piece schreibst – einem Beitrag, an dem Du über Wochen recherchierst und der Deine zentrale These auf den Punkt bringen soll –, stößt dieses Prinzip an seine Grenzen.
Manche Gerichte verzeihen keine Ablenkung. Wenn Du beim Soufflé zwischendurch die Ofentür öffnest, um nach einem anderen Topf zu sehen, fällt das Kunstwerk in sich zusammen. Die Faustregel: Wenn Du jeden einzelnen Schritt in weniger als drei Sitzungen fertig bekommst, ist er kein Pillar Piece. Dann koch mit mehreren Herdplatten. Wenn Du merkst, dass jede Unterbrechung Dich aus einem Gedankengebäude reißt, das Du nur mit Anlauf wieder betreten kannst – dann hast Du ein Soufflé vor Dir.
Nur an einem einzigen Text zu arbeiten ist kein Rückschritt – es ist der Preis für ein Meisterwerk.
Die Falle des festen Rhythmus
Wenn Du Dir Profis anschaust, fällt Dir auf: Sie veröffentlichen wie ein Uhrwerk. Jeden Dienstag um 8 Uhr, verlässlich, Woche für Woche.
Der Reflex liegt nahe, es ihnen gleichzutun. Vielleicht hast Du den Tipp sogar direkt von einem erfahrenen Schreiber bekommen: Leg Dich auf einen festen Rhythmus fest, damit Deine Leserschaft weiß, wann sie mit Dir rechnen kann. Das klingt professionell. Aber es verwechselt Ursache und Wirkung. Die Profis haben ihren Takt nicht, weil sie sich am Anfang einen Rhythmus aufgezwungen haben. Sie haben ihn, weil ihre Maschine längst läuft.
Ja, es gibt Schreiber, die sagen: Leg Dir sofort einen festen Rhythmus zu und halte ihn durch, egal was kommt. Für manche funktioniert das. Aber wenn Du gerade erst anfängst, Dein System aufzubauen, wird die Deadline zum Feind der Qualität. Themen entwickeln sich organisch. Manchmal braucht eine Idee drei Tage länger, bis sie klickt. Wer sich dann eine starre Deadline setzt, veröffentlicht Halbgares, nur um den Kalender zu füttern.
Vertrau dem Prozess: Erst schiebst Du drei, vier Texte gleichzeitig durch die fünf Schritte. Dann merkst Du, wie sich der Rhythmus von selbst einstellt. Der Takt ist das Ergebnis, nicht der Startschuss.
Vom Lesen ins Machen
Dieser Artikel war das Finale einer Dreier-Serie.
Im ersten Teil haben wir die Werkbank freigeräumt – raus mit der Pseudo-Exzellenz, rein mit echter Arbeit. Im zweiten Teil haben wir mit verbreiteten Mythen über produktives Arbeiten aufgeräumt und einen natürlichen Rhythmus gesucht. In diesem dritten Teil sind wir konkret in die Produktion eingestiegen: das Fünf-Schritte-System, Batching, Parallel Processing und die Frage, wann Du den Takt hochdrehen darfst.
Alle drei Teile bauen aufeinander auf. Erst aufräumen, dann den Rhythmus finden, dann die Maschine anwerfen. Aber Du weißt so gut wie ich: Lesen allein verändert nichts. Dieser Artikel schreit nach einem Praxis-Guide, um das Fünf-Schritte-System und Parallel Processing für Deine eigenen Texte aufzusetzen. Und genau den werde ich liefern.
Kommenden Montag, am 16. März, öffnet der Premium-Bereich von „gut schreiben • gut verdienen“. Wer Mitglied wird, bekommt zum Start drei brandneue Praxis-Guides – passend zu genau dieser Artikelserie. Danach kommt zweimal im Monat ein neuer dazu.
Wenn Du Dich bis Ende nächster Woche für das Jahresabo entscheidest, bekommst Du mein Notes-System für Substack als Geschenk dazu – das kraftvollste Werkzeug, das ich bisher entwickelt habe. Es ist gerade frisch aus der Beta-Phase, das Feedback der Tester ist in die finale Version eingeflossen – und es hat überzeugt:
Simon ließ mir netterweise die Beta-Version von seinem Notes-System zukommen. Nach ausgiebigem Testen konnte es mich überzeugen. Heute nutze ich es noch, um meinen Notes den letzten Schliff zu verleihen. Ob mit oder ohne KI – für jeden ist was dabei. – Maximus Borkowski
Ich habe das Notes-System im Beta-Stadium getestet und bin wirklich begeistert. Endlich habe ich einen übersichtlichen, organisierten Ort, an dem ich meine Notes speichern und gleichzeitig sehen kann, wann ich was gepostet habe – das bringt viel Struktur in meinen Workflow. In Kombination mit dem KI-Chat und den Themen-Rubriken, in denen ich meine Gedanken zuerst sammle und optimieren lasse, entsteht deutlich mehr Momentum beim Erstellen meiner Inhalte. – Verena Möslinger
Du kannst Dir den Zugang jetzt schon sichern. Am Montag schalte ich alles frei – und Du bist vom ersten Moment an dabei:
Lesen, nicken, weiterscrollen – oder die Maschine anwerfen.
Willkommen im Club der Umsetzer.
Danke, dass Du bis hierhin gelesen hast. Wenn Du mir jetzt noch 15 Sekunden für die Umfrage unten schenkst: Dein Feedback macht die nächsten Texte und Werkzeuge besser – für uns beide.
📚 Weiterführende Literatur
Sönke Ahrens (2017): Das Zettelkasten-Prinzip – Das Buch, das den Kardinalfehler des Top-Down-Denkens beim Schreiben beschreibt und Niklas Luhmanns Methode erklärt, Ideen Bottom-up aus einem wachsenden Notizspeicher heraus zu entwickeln statt von einer festen These aus zu starten.
John Cleese (2020): Creativity – A Short and Cheerful Guide – Cleese beschreibt die Unterscheidung zwischen Open-Mode (spielerisch, explorativ, ideensammelnd) und Closed-Mode (fokussiert, ausführend, zielgerichtet) – exakt die beiden Hüte, die im Text getrennt werden müssen.
Anne Lamott (1994): Bird by Bird – Some Instructions on Writing and Life – Die Quelle des „Shitty First Drafts”-Prinzips: Jeder gute Text beginnt mit einem miserablen ersten Entwurf, und genau das soll er auch. Der innere Kritiker wird im Keller eingesperrt, bis der Entwurf steht.
Robert A. Caro (2019): Working – Caros Memoir über seine Recherche- und Schreibmethoden, einschließlich des legendären „Turn every page”-Prinzips und seines jahrzehntelangen Kampfes um Tiefe statt Geschwindigkeit.
Steven Pressfield (2002): The War of Art – Über den inneren Widerstand (Resistance), der uns vom Schaffen abhält, und die Unterscheidung zwischen Amateur und Profi. Das Buch erklärt, warum der Instinkt, alles in einem Rutsch erledigen zu wollen, oft eine Tarnung des Widerstands ist.
Cal Newport (2016): Deep Work – Rules for Focused Success in a Distracted World (dt.: Konzentriert arbeiten) – Newport unterscheidet Deep Work und Shallow Work und beschreibt Strategien wie Time-Blocking und Batching, die dem Modus-Batching und dem Focus-Mode im Text zugrunde liegen.



Der Kern: Ich schreibe nicht, um zu sagen, was ich weiß – ich schreibe, um herauszufinden, was wahr ist. Dafür muss ich zuerst ein Verrückter sein: Ich kann keinen Diamanten schleifen, solange ich nur leere Luft greife. Ich brauche den rohen Klumpen Kohle. Mein erster Entwurf ist der notwendige Dreck, aus dem die Transparenz der Wahrheit erst entstehen kann.
Ich denke ein Problem ist, dass so viele meinen Content produzieren zu müssen – ständig. Das macht Druck und wenn im Kühlschrank nur noch ein paar Reste sind gibt's halt zusammengewürfeltes FastFood. Hat keine Substanz, schmeckt fade und wird langweilig mir der Zeit.
Sehr anschaulich beschrieben, von dir.