15 oft ignorierte Prinzipien, mit denen ich als Autor ein florierendes Business aufbaue (ohne auszubrennen oder meine Seele zu verkaufen) – Teil 1/2
Die ersten 7 von 15 Kerngedanken, die in den letzten Wochen in meinen Substack-Kurzbeiträgen gereift sind
Erfolgreiche Creator bauen auf eine unsichtbare Architektur.
Lange Posts sind Kathedralen, digitale Produkte die Schätze. Und Kurzbeiträge sind nicht etwa nur Dekoration oder Füllmaterial – sie sind das Gerüst, das den Bau erst möglich macht.
Genau dieses Stützwerk errichte ich mit meinen Notes auf Substack. Hier teile ich täglich meine Gedanken – nicht zufällig, aber auch nicht als fertiges Weltbild, sondern um selbst Klarheit für meine Ausrichtung zu gewinnen.
Mein Ziel seit Beginn meiner Arbeitslosigkeit vor wenigen Wochen: Ein tragfähiges Solo-Business als Autor aufbauen und dabei andere Kreative wie Dich mitnehmen.
Dieser Listicle ist aus meinen Notes der letzten Wochen entstanden. Er bündelt die 15 mentalen Hebel, die ich umlege, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen, ohne auszubrennen. Da 15 Punkte aber eine ganze Menge sind, habe ich die Liste zweigeteilt.
Viel Freude mit dem ersten Part!
1. Konstanz mit System erzeugen, nicht mit Willenskraft
Jahrelang habe ich versucht, mit purem Willen erfolgreich zu sein – mit überschaubaren Ergebnissen. Dieser zielorientierte „Hustle“ ist die größte Lüge im Creator-Business und führt direkt ins Ausbrennen.
Wirklich erfolgreiche Blogger wie Ryan Holiday sind keine Disziplin-Maschinen, sondern System-Architekten. Was von außen wie eiserne Willenskraft wirkt, ist in Wahrheit das Ergebnis einer unsichtbaren Struktur.
Du brauchst nicht mehr Ambition, sondern ein System, das für Dich arbeitet, wenn die Motivation längst Feierabend macht. Verlass Dich also nicht auf Deine Gefühle, um die Arbeit zu tun. Lass die Arbeit Deine Gefühle erzeugen.
„Atomic Habits“-Autor James Clear bringt es auf den Punkt:
You do not rise to the level of your goals. You fall to the level of your systems.
2. Das Bambus-Prinzip: Einfach stoisch weitergießen
Das zielorientierte Hustler-Mindset geht oft mit schlechtem Erwartungsmanagement einher.
Bleiben schnelle Ergebnisse aus, folgen leise Panik und blinder Aktionismus – der sichere Weg, ein Projekt gegen die Wand zu fahren.
Ich habe mich in den ersten Tagen auf Substack selbst dabei ertappt, ständig Likes und Abos zu checken – bis ich die Notbremse zog: App vom Handy, die Plattform nur noch ganz bewusst am Laptop nutzen.
Das Problem: Wir erwarten unbewusst, dass Fleiß linear belohnt wird. Deshalb überschätzen wir, was wir in drei Monaten leisten können, und unterschätzen massiv, was in drei Jahren möglich ist.
Die wahren Renditen des Lebens sind exponentiell – sie belohnen die, die lange genug am Ball bleiben.
Das beste Beispiel ist der Bambus: Jahrelang passiert oberirdisch nichts, während im Verborgenen ein gewaltiges Wurzelsystem wächst. Im fünften Jahr schießt die Pflanze dann in nur sechs Wochen 25 Meter in die Höhe.
Genauso ist es bei Deinem Projekt: Der Durchbruch wird auf sich warten lassen – und dann mit ungeahnter Wucht kommen.
Mein Mantra lautet deshalb:
Hör auf, auf den Spross zu starren, und gieße einfach weiter die Wurzeln – auch wenn niemand sie sieht.
3. Ich lerne, meinen Wert zu kennen & zu fordern
Lange glaubte ich, das Nachdenken über Geld würde meine Kreativität und meine Stimme vergiften. Heute weiß ich: Diese Überzeugung war eine Ausrede, um keine Verantwortung für mein Werk zu übernehmen – eine Konditionierung, die mich klein hielt.
Mir wird immer klarer: Das Wertvollste, was ich tun kann, ist, etwas Hilfreiches zu schaffen, wofür Menschen gerne bezahlen. Wahre Authentizität bedeutet für mich, diesen Wert anzuerkennen und selbstbewusst einzufordern. Alles andere ist Selbstsabotage.
Geld für ehrliche Arbeit zu verlangen, ist kein Akt der Gier, sondern des Respekts – vor meiner Zeit, meiner Expertise – und vor meinen Lesern, da ich ihnen zutraue, den Wert meines Schaffens zu erkennen.
Ich habe erkannt: Meine kreative Freiheit schrumpft nicht mit meinem Kontostand, sie wächst.
4. Ich schärfe meine Kanten, statt sie zu schleifen
Früher waren meine Texte kopflastig: umfassend recherchiert, aber ohne Gefühl. Sie blieben nicht hängen. Damit ist jetzt Schluss. Ich lerne, echte Resonanz zu erzeugen.
Angesichts der KI-Textschwemme sind Leser zunehmend gelangweilt von generischen „Best Practices“. Inhalte zu schaffen, die nur von mir kommen können, wird so zu meinem unfairen Vorteil.
Ich habe gelernt: Verletzlichkeit verbindet, Perfektion schafft Distanz. Mein wertvollster Content ist nicht meine Erfolgsgeschichte, sondern mein Portfolio des Scheiterns. Deshalb schärfe ich meine Ecken und Kanten, statt sie abzuschleifen – sie sind die Ankerpunkte, an denen sich Menschen festhalten können.
Ich schreibe deshalb nicht mehr für „Zielgruppen“ oder Algorithmen. Stattdessen frage ich mich: Worüber muss ich schreiben, um ehrlich zu sein und meine Fehler nicht zu verstecken?
Das kostet Überwindung. Doch das mulmige Gefühl vor dem Klick auf „Veröffentlichen“ ist mein Kompass geworden – ein Zeichen, dass ich etwas Wertvolles teile.
5. Warum ich für mein früheres Ich schreibe
Das Hochstapler-Syndrom begleitet mich seit meinem ersten Text. Kein Wunder: Wer seine Arbeit mit der von Branchen-Titanen vergleicht, fragt sich: „Warum sollte mir jemand zuhören?“ Doch die Wahrheit ist: Meine Unerfahrenheit ist meine Superkraft.
Die meisten Top-Creator starteten nicht mit geballtem Wissen – sie dokumentierten ihre Reise nach einer simplen Formel: Lernen → Anwenden → Teilen.
Warum das funktioniert? Frische Erkenntnisse haben eine ansteckende Energie, die etablierten Experten oft fehlt. Klar, Menschen wollen Social Proofs sehen. Aber sie wollen keinem Guru folgen, sondern einem nahbaren Freund, der ihnen nur ein, zwei Schritte voraus ist. Außerdem: Eine KI kann eine perfekte Case-Study erstellen, aber nicht von authentischen Fehlern und Lektionen berichten. Genau das schafft Vertrauen.
Deshalb sage ich mir immer wieder: „Du brauchst zum Schreiben keine Erlaubnis. Richte Dich einfach an die Person, die Du vor einem Jahr, einem Monat oder nur einer Woche warst. Niemand kennt ihre Probleme, Bedürfnisse und Ziele besser als Du.“
Für sie bin ich bereits ein Leuchtturm.
6. Ich baue ein System nach Maß, nicht von der Stange
Da ich nach dem Prinzip „Teach what you learn“ arbeite und mir viel von erfolgreichen Creatorn abschaue, muss ich höllisch aufpassen.
Es gibt keine magische Formel. Ein System ist ein Maßanzug, keine Ware von der Stange. Deshalb prüfe ich genau, welche Ideen zu mir und meinen Lesern passen – und welche ich ignoriere.
Meine Aufgabe ist es, meine Stimme zu finden. Zu verstehen, wo genau bei meinen Lesern der Schuh drückt. Und herauszufinden, wie ich ihnen wirklich helfen kann.
Mein wichtigstes Prinzip dabei: Nicht einfach Lösungen vorsetzen, sondern immer wieder fragen, wo die wahren Probleme und Bedürfnisse liegen.
Denn nachhaltiges Wachstum entsteht nicht durch starre Pläne, sondern durch monatelanges Experimentieren.
7. Raus aus der Konsumfalle
Ein Gehirn ist eine Ideenfabrik, kein Lagerhaus.
Doch kaum war ich auf Substack, hatte ich 132 Newsletter abonniert und ertrank in Lesezeichen, die ich nie wieder öffnen würde. Diese Content-Fettleibigkeit legte prompt meine Schöpferkraft lahm.
Recherche macht so keinen Sinn. Denn wer nur konsumiert, ohne etwas Eigenes zu erschaffen, ist wie ein Goldschürfer, der die Nuggets einfach liegen lässt.
Mein Mantra lautet nun: „Iss weniger. Koche mehr.“ Und so setze ich es um:
Erst kochen, dann essen: Mein Output ist das wichtigste Workout des Tages. Erst wenn die Gewichte gestemmt sind, gibt es die Belohnung in Form von Input.
Strategisch ignorant sein: Um dem Sirenengesang der sozialen Medien zu widerstehen, habe ich Barrieren errichtet. Alle ablenkenden Apps – auch Substack – sind vom Handy gelöscht und Blocker im Browser installiert.
Konsum nur mit System: Wenn ich recherchiere, mache ich mir sofort Notizen (per Hand oder Diktat) und übertrage sie in meinen digitalen Zettelkasten.
Der Fokus auf Output ist ein Muskel, den ich lange ignoriert habe. Klar war er schwach und schrie nach Dopamin. Ich war nicht undiszipliniert, sondern untrainiert.
Deshalb betrachte ich jede Schreib-Session als Übung und bin dabei nachsichtig mit mir.
Langsam, aber stetig wächst nun der Muskel – bis Anstrengung zu Leichtigkeit und Disziplin zur Gewohnheit wird.
Du möchtest Teil 2 auch lesen? Hier geht es zu meinen Prinzipien 8 bis 15.



Wie organisierst du deinen digitalen Zettelkasten? Nutzt du ein Tool? Ich notiere alle Entwürfe/Ideen in meine Notizbücher. Digital hätte ich vielleicht einen besseren Überblick.
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